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Heute stand die bisher längeste Etappe auf dem Programm. Da ich am Sonntag im Taunus nicht so ganz fit war und ich auch nicht wusste wie sich die hohe Temperatur auswirken würde, hatte ich mir zwei Ausstiegs- bzw. Kürzungsoptionen zurecht gelegt.
Erstaunlicherweise verlief die Anfahrt nach Rengsdorf relativ reibungslos. Obwohl der erste Bus in Kelsterbach schon mit vier Minuten Verspätung kam und somit meinen Anschluss bei den Farbwerken gefährdet war, klappte es doch noch und auch die restliche Fahrt verlief ausnahmweise ohne weitere Verspätungen.
Direkt an der Bushaltestelle in Rengsdorf stieg ich wieder in die Strecke ein. Durch lauschige Laubwälder führte der Weg am Südrand des Neuwieder Beckens langsam wieder Richtung Rhein zurück. Der Weg war ein schmaler Single Trail mit kaum nennenswerten Steigungen und Gefällen, sodass ich zügig voran kam.
Schnell merkte ich dass die Beine heute wesentlich besser waren als am Sonntag und da es durchweg durch dichte Wälder ging, war auch die Temperatur kein Problem.
Nach acht Kilometern und dem ersten stärkeren Anstieg beim Reiterhof Neuwied lud mich ein dicker Baumstamm am Wegesrand zur ersten Pause ein.
Wenig später am Zoo Neuwied trat ich dann das erste Mal ins Freie. Der Wald ging in Wiesen über und entsprechend rar war Schatten. Da der Zoo mir recht interessant erschien, war die erste Option einen Zoobesuch einzuschieben und dann ein paar Kilometer später in Sayn die Rückfahrt anzutreten. Allerdings waren die zahlreichen geparkten Busse und der Lärm vom Kinderspielplatz nicht unbedingt sehr einladend für mich. Außerdem fühlte ich mich einfach zu gut um einen Abbruch jetzt schon in Betracht zu ziehen. Den Zoobesuch hebe ich mir dann für den Herbst auf.
Schnell ließ ich den Zoo hinter mir und tauchte erneut in dichten, schattigen Wald ein. Zwei Kilometer später dann der erste ernstere Abstieg hinunter ins Sayntal.
Unten angekommen wäre hier meine zweite Ausstiegsoption gewesen, aber auch wenn ich noch nicht mal die Hälfte der heutigen Etappe geschafft hatte, verschwendete ich keinen Gedanken ans aufhören. Auf jeden Fall wollte ich es heute durchziehen und bis Vallendar kommen.
Ein hübscher Schlosspark mit einem Schmetterlingsgarten luden zum verweilen an, aber ich wollte weiter. Ein kurzer Blick auf das Schloss von Sayn, dann ging es wieder bergauf. Und dieses Mal steil. Richtig steil. Ein Schild lockte mit einem Biergarten auf der weiter oberhalb des Tales gelegenen Burg Sayn und ich war fest entschlossen das Angebot anzunehmen.
Leider war die Burg rundum verriegelte und verrammelt. Kein Biergarten. Zumindest kein offener. Nur ein paar Ziegen hielten einsam Wacht, genossen ihr saftiges Gras und schauten dem komischen Wanderer kaum interessiert hinterher.
Bei der Burg war aber noch nicht Schluss und auch wenn der Schweiß inzwischen auch unter dichtem Laub in Strömen floss, ging es munter weiter aufwärts. Ein Schild besagte mit 20% und das war durchaus glaubhaft. Endlich hatte ich den Burgberg zwischen Sayn- und Brextal erklommen, wobei der Weg mich weit ins Hinterland zurückführte.
Und kaum war ich oben, ging es gleich wieder hinunter, steil und in Serpentinen hinunter ins Tal des Brexbaches. Aber zuvor stand dort eine nette Bank im Schatten und hier auf der Oskarhöhe legte ich die große Mittagspause ein.
Unten im Tal führte der Weg kurz unter einem der Viadukte der zur Zeit still gelegten Brexbachtalbahn hindurch, bevor es wieder kräftig nach oben ging. Steile Serpentinen über schmale Waldpfade führen hinauf zum höchsten Punkt der heutigen Etappe.
Endlich fast oben, öffnet sich der Wald und ein Stück über mir begrüßt mich ein Nachbau eines Römerturms des Limes. Hier oben sehe ich auch endlich wieder Mal den Rhein, tief unten im dunstigen Tal und im Hintergrund die Höhen von Hunsrück und Eifel.
Ab jetzt beginnt der Teil des Weges auf dem Schatten eher die Ausnahme ist. Zum Glück muss ich nicht durch eine sonnendurchflutete baumlose Hochebene laufen, denn ein dünner Wolkenschleier und leichter Wind aus Osten machen das Wandern trotz fehlender Bäume recht angenehm.
An einer Wanderhütte, ca. vier Kilometer vor Vallendar checke ich den Fahrplan. Mir bleibt eine Stunde für den restlichen Weg oder ich muss eine weitere Stunde am Bahnhof warten.
Also verzichte ich auf eine letzte Pause und mache mich auf den Weg. Der Untergrund ist recht gut und es geht vorwiegend bergab. Nicht zu steil, sodass ich gutes Tempo vorlegen kann. Die Beine sind immer noch erstaunlich leistungswillig.
Am Wüstenbach, der ein Stück später dann Meerbach heißt, bekomme ich auch wieder Schatten. Trotz eines kleinen Zwischenanstiegs bewahre ich mir ein Zeitpuffer von knapp zehn Minuten bis zur Abfahrt des Zuges.
Der Weg vom Ausstieg aus dem Rheinsteig bis zum Bahnhof in Vallendar ist nur kurz und als ich auf dem Bahnsteig stehe, verkündet die Anzeigentafel dass mein Zug heute ca. fünf Minuten Verspätung hat. Heute ... ein guter, wenn auch etwas ausgedienter Witz. Die App der Bahn zeigt natürlich eine pünktliche Abfahrt an. Zum Glück hatte ich mich nicht zu sehr beeilen müssen und war daher recht entspannt, wenn auch ziemlich durchgeschwitzt.
Durch die Verspätung verpasste ich natürlich den Anschluss in Koblenz. Der Zug nach Wiesbaden fuhr in dem Moment vom gegenüber liegenden Bahnsteig ab, als mein Zug zum Stehen kam. Super Timing. Auf jeden Fall bin ich froh, dass ab der nächsten Etappe das Umsteigen zumindest auf der Rückfahrt wegfällt. Aber ab Mitte Juli wird der Bahnverkehr auf der rechten Rheinseite komplett eingestellt. Es bleibt also spannend.
| By: | Heiko |
| Started in: | Rengsdorf, Rheinland-Pfalz, DE |
| Distance: | 28.0 km |
| Selected: | 28.0 km |
| Elevation: | + 720 / - 934 m |
| Moving Time: | 05:31:05 |
| Page Views: | 9 |
| Departed: | Jun 23, 2026, 10:01 am |
| Starts in: | Rengsdorf, Rheinland-Pfalz, DE |
| Distance: | 28.0 km |
| Selected distance: | 28.0 km |
| Elevation: | + 720 / - 934 m |
| Max Grade: | |
| Avg Grade | |
| Cat | |
| FIETS | |
| VAM | |
| Ascent time | |
| Descent time | |
| Total Duration: | 06:57:26 |
| Selection Duration: | 25046 |
| Moving Time: | 05:31:05 |
| Selection Moving Time: | 05:31:05 |
| Stopped Time: | 01:26:21 |
| Calories: | 1108 |
| Max Watts: | |
| Avg Watts: | 56 |
| WR Power | |
| Work | |
| Max Speed: | 11.8 kph |
| Avg Speed: | 5.1 kph |
| Pace: | 00:14:53 |
| Moving Pace: | 00:11:48 |
Best format for turn-by-turn directions on modern Garmin Edge Devices
Best format for turn by turn directions on Edge 500, 510. Will provide true turn by turn navigation on Edge 800, 810, 1000, Touring including custom cue entries. Great for training when we release those features. Not currently optimal for Virtual Partner.
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