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Heute auf der siebten Etappe meiner Rheinsteigwanderung sollte endlich Koblenz fallen. Also zum letzten Mal dort umsteigen. Wie immer holpriger Start mit dem Bus der hier schon nach zwei Stationen mit fünf Minuten Verspätung kommen sollte. Keine Ahnung wie die das immer schaffen auf so kurzer Strecke. Also Anschluss bei den Farbwerken vermutlich nicht zu schaffen. Dann direkt zum Bahnhof und die S-Bahn nach Wiesbaden. Heute nur zwei Minuten später. Alles gut.
Bis Koblenz geht überraschenderweise alles gut. Dann die eine Station nach Vallendar zum heutigen Start. Die nächsten zwei Züge fallen aus. Zum Glück gibt es auch einen Bus. Der ist zwar trödelig und macht eine Stadtrundfahrt durch Koblenz. Aber was soll's. Nach zwei Staus auf der Bundesstraße auf der rechten Rheinseite wegen einem Frontalzusammenstoß und einer Baustelle, erreiche ich Vallendar nur fünfzehn Minuten später.
Direkt am Bahnhof dann erstmal leckere Bäckerbeute für den Tag gesichert. Kurz durch den Ort und ich bin wieder auf der Strecke. Schnell wird es nervig. Die erste Hälfte des heutigen Weges hat eher urbanen Charakter. Erst geht es quer durch Vallendar. Viel Verkehr, Rasenmäher, Grastrimmer, Kreissägen, jede Menge Lärm entlang der Strecke. Ein schmaler Weg führt zwischen Gärten aufwärts aus dem Ort heraus. So denke ich jedenfalls. Hier kommt zum ersten Mal der mitgebrachte Seitenschneider zum Einsatz. Von beiden Seiten ranken Brennnesseln und Dornenbüsche weit in den Weg hinein. Eine Machete wäre sinnvoller.
Dann hat mich der Ort wieder mit neuem Lärm. Nicht lange zum Glück, dann geht es ins Wambachtal hinauf. Erst freue ich mich, aber als mir dann ältere Frauen mit kleinen Hunden von oben und junge Stromradler von unten begegnen, schwant mir Übles. Hier können Parkplätze und die Zivilisation nicht weit weg sein. Kaum am oberen Ende des Tals angekommen hat Vallendar mich wieder. Freibad, Tennisplätze, Stadion und alles mit Radau verbunden. Vallendar klammert sich wie ein Krake an mich.
Ein kurzes Stück am Feldrand und ich stehe an einer Straße. Gut, der Wanderweg verläuft neben der Straße. Aber nur kurz, dann bin ich in Urbar. Ein lebhaftes Wohngebiet mit noch mehr Straßen und Autos. Ich sehne mich nach den bisherigen, weitgehend ruhigeren Etappen zurück.
An einem Weg etwas abseits zwischen einem weiteren Stadion, einer Kaserne und einer ehemaligem Mülldeponie finde ich eine ruhige Bank um eine erste Rast einzulegen. Keine Aussicht irgendwo hin, dafür ein bisschen Schatten. Lange bleibe ich nicht sitzen.
Kurz darauf betrete ich den Festungspark Ehrenbreitstein. Hier wird viel geboten für das Volk. Der Adventure Golf Platz (Minigolf der anderen Art) ist schon gestopft voll. Dafür herrscht auf dem Kletterspielplatz noch weitgehend Stille. Und in der Leselounge stehen noch alle Bücher im Regal. Dafür mitten auf dem Weg ein riesiges Zelt das das Theater Koblenz hier oben aufgeschlagen hat. Am Zaun hängen Plakate der ehemaligen und zukünftigen Vorstellungen. Ein paar Stücke kenne ich, andere sind mir völlig unbekannt. Mutter Courage, Shakespeare, Musicals, Opern, Ballett. Das ganze Programm.
Ich umkreise das Zelt. Eine Holzkonstruktion mit dem schönen Namen Rhein-Mosel-Blick lädt zur Aussicht. Der Blick nach Norden ungehindert, nach Süden nichts, nach Westen blinzelt das Deutsche Eck mit der Moselmündung gerade noch zwischen Bäumen hindurch. Also weiter im Takt. An der Bergstation der Seilbahn vorbei nähere ich mich dem eigentlichen Festungsbau. Es kostet ein wenig Mühe ein Foto ohne Baugerüst oder Hubsteiger zu bekommen. Überall wird gewerkelt. An der Kasse warnt ein Schild dass Bereiche wegen Arbeiten von Fremdfirmen nicht zugänglich sein können. Da verzichte ich lieber.
Also mache ich mich an den Abstieg. Über etwas lieblos gestaltete Treppen geht es steil abwärts, dann wieder genauso steil über genauso lieblose Treppen erneut nach oben. Über mir thront die Festungsmauer der Bastion Fuchs. Als ich den südlicher Zugang zur Festung, den Felsenweg, erreiche geht final nach unten. Erst durch ein Tor mit dem selbsterklärenden Namen "Südlicher Abschnitt", dann durch die "Wache am Helfenstein". Ein Schild ermahnt Fußgänger nur die Talseite des Weges zu nutzen. Aber zur Abwechselung ist hier mal kein Verkehr.
Dann ein unscheinbarer Wegweiser nach rechts. Ein schmaler Durchlass zwischen dicken Mauern führt ins Innere der Festung. Zumindest ein paar Stufen weit. Wieder im Freien schlängelt sich der Weg nun endgültig nach unten. Die Stufen hier sind wesentlich angenehmer zu laufen als weiter oben.
Unten am Bahnhofsplatz sind erstmal sämtliche Unterführungen unter der Bundesstraße für Fußgänger gesperrt. Eigentlich sollte der Weg hier am Rheinufer entlangführen. Stattdessen Umleitung mitten durchs Urbane. Der Rheinuferweg ist aufgerissen und mit Baumaschinen zugestellt. So richtig mag ich heute nicht in Stimmung kommen und ich erwarte nicht mehr viel für den Rest des heutigen Weges.
Glücklicherweise wird meine Erwartung schnell enttäuscht. Denn der zweite Teil des heutigen Tages reißt alles wieder heraus. Kurz vor Pfaffendorf biege ich ab aus der Urbanität und immer mehr tritt der Lärm in den Hintergrund bis er sogar ganz verschwindet.
Ich stehe am Beginn des längsten Anstieg des Tages. Und lang ist er. Aber schön moderat. Am leise plätschernden Bienhornbach entlang geht es durch das Bienhorntal. In diesem kleinen verwunschenen Tal wurde früher Wein angebaut und zwischen Bäumen und Büschen erkennt man noch die Terrassen. Kaum vorstellbar, so wie inzwischen alles zugewuchert ist. Rund um das Tal gibt es eine Anzahl von Bundeswehranlagen. Schilder warnen vor dem Betreten außerhalb der Übungszeiten. Von irgendwo hinter einem Hügel sind ständig leise Schießgeräusche zu hören. Ist wohl besser wenn man sich an die Warnungen hält.
Immer weiter führt der Weg nach oben bis ich schließlich auf dem eher unscheinbaren Liedches-Berg stehe. Mit 336 Meter der höchste Punkt des heutigen Tages. Als es nun wieder nach unten geht, bin ich schon im Lahntal. Eigentlich könnte ich am unteren Ende des Weges schon direkt nach Lahnstein absteigen. Der Bahnhof liegt fast in Greifweite. Aber ich will heute dem Rheinsteig noch ein bisschen folgen und erst später an der Lahn entlang nach Niederlahnstein gehen.
Deshalb geht es erstmal wieder nach oben. Ein breit ausgebauter Wirtschaftsweg führt moderat den Berg hinauf. Nach etwa einem Kilometer muss ich rechts abbiegen. Der Eselspfad zwischen Michelbach und Ruppersbach macht seinem Namen alle Ehre. Wie viele solcher Wege die auf einer Felsnase abwärts führen ist er steil bis sehr steil, felsig, mit losen Steinen übersät. Mit vorsichtigen Schritten arbeite ich mich nach unten vor. Nur nicht ins Rutschen kommen. Jeder Tritt muss sitzen und will überlegt sein. Fast schon alpine Verhältnisse.
Glücklich am Fuß der Felsnase angekommen führt der Weg ein letztes Mal nach oben, tiefer ins Lahntal hinein. Der sogenannte Panoramaweg bietet immer wieder mal schöne Ausblicke auf die Lahn und hinüber auf den Hügel den es auf der nächsten Etappe zu erklimmen gilt. Ein Schild lockt eine steile Treppe hoch zur Uhuley. Auf dem 220 Meter hohen Aussichtspunkt lädt eine Hütte zum Verweilen ein. Wenn man sich die zahlreichen Inschriften und Kritzeleien betrachtet, scheint dies ein beliebter Treffpunkt der ortsansässigen Dorfjugend zu sein. Ich lege noch eine kurze Rast ein. Dann mache ich mich auf das letzte Wegstück. Nun nur noch abwärts.
Ein Stück unter mir sehe ich immer wieder mal die Schlucht des Ruppertsbaches. Ich könnte hier etwas abkürzen indem ich direkt nach unten gehe. Aber mein Track sagt dass ich noch etwas weitergehen soll. An einer Schutzhütte darf ich dann abbiegen und vor mir öffnet sich der bisher schönst Abschnitt des Rheinsteiges.
Völlig unerwartet lande ich in der wildromantischen Ruppertsklamm. Ich mag solche Überraschungen und Entdeckungen auf dem Weg, weshalb ich vorher nie Beschreibungen anschaue. So ist der Spaß einfach viel größer wenn ich solche Naturschönheiten entdecke. Etwas 1,2 Kilometer führt der Weg hier eigentlich direkt durch den Bach. Es gibt einige Furten, Brücken und Stege, aber oft muss man einfach den Weg suchen. Festes Schuhwerk ist unbedingt nötig um sicheren Tritt zu garantieren. Ein paar Stellen sind sogar mit Stahlseilen versichert, was besonders sinnvoll ist, wenn man durch die Klamm absteigt.
Wie immer ist der schönste Spaß viel zu schnell vorbei. Aber ich hatte die Klamm heute ganz für mich alleine, was an sich schon ein richtiger Genuss war. Das Ende, oder vielmehr der Anfang der Klamm, liegt direkt an der Bundesstraße und die zahlreichen Parkplätze lassen erahnen was für ein Trubel hier vor allem an schönen Wochenenden herrschen muss. Tolles Wetter heute und keine Menschenseele, so war mir heute doppeltes Glück beschert. Ein schöner Abschluss einer Etappe mit zwei Gesichtern die anfangs so gar nicht den Eindruck erweckte besonders schön zu werden.
Hier verließ ich den Rheinsteig für heute. Die letzten zwei Kilometer zwischen Lahn, Bahnstrecke und Schnellstraße Richtung Bahnhof brachte ich zügig hinter mich. Und wie immer war am Ende die Bahn zuverlässig. Zwar erreichte ich den Bahnhof genau zur planmäßige Abfahrtszeit, jedoch hatte ich die knapp zehnminütige Verspätung irgendwie schon eingeplant und mich nicht besonders zur Eile getrieben, was sich am Ende als genau richtig erwies. Denn in einer Sache ist die Bahn absolut zuverlässig: Pünktlich kommt sie nie!
| By: | Heiko |
| Started in: | Vallendar, Rheinland-Pfalz, DE |
| Distance: | 26.1 km |
| Selected: | 26.1 km |
| Elevation: | + 746 / - 739 m |
| Moving Time: | 05:04:39 |
| Page Views: | 4 |
| Departed: | Jul 1, 2026, 10:06 am |
| Starts in: | Vallendar, Rheinland-Pfalz, DE |
| Distance: | 26.1 km |
| Selected distance: | 26.1 km |
| Elevation: | + 746 / - 739 m |
| Max Grade: | |
| Avg Grade | |
| Cat | |
| FIETS | |
| VAM | |
| Ascent time | |
| Descent time | |
| Total Duration: | 06:24:07 |
| Selection Duration: | 23047 |
| Moving Time: | 05:04:39 |
| Selection Moving Time: | 05:04:39 |
| Stopped Time: | 01:19:28 |
| Calories: | 1024 |
| Max Watts: | |
| Avg Watts: | 56 |
| WR Power | |
| Work | |
| Max Speed: | 9.6 kph |
| Avg Speed: | 5.1 kph |
| Pace: | 00:14:41 |
| Moving Pace: | 00:11:39 |
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Best format for turn by turn directions on Edge 500, 510. Will provide true turn by turn navigation on Edge 800, 810, 1000, Touring including custom cue entries. Great for training when we release those features. Not currently optimal for Virtual Partner.
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